Fällt es Ihnen auch manchmal schwer, sich aufzuraffen
und sich selbst zu motivieren? Anstehende Aufgaben schieben viele von
uns ewig vor sich her. Und immer, wenn wir kurz davor sind, das zu tun,
was wir uns vorgenommen haben, scheint es plötzlich doch wichtiger zu
sein, z.B. die Fenster zu putzen, den Müll runterzubringen oder die Nachrichten
zu sehen. Wenn Sie das von sich kennen, haben wir hier ein paar gute Tipps
für Sie:
Tipp 1:
Zu Beginn klären, was wirklich getan werden muss.
Bevor Sie sich an eine Aufgabe setzen, sollten Sie sich einmal über
folgendes klar werden: Muss das, was Sie tun müssen, wirklich getan
werden ?
Das klingt vielleicht seltsam, aber manchmal sperren wir uns gegen eine
Aufgabe, weil wir unbewusst das Gefühl haben, dass diese Aufgabe nicht
so wichtig ist, dass diese Aufgabe unnötig ist oder dass es doch gefälligst
jemand anderes machen sollte.
Entscheiden Sie sich deshalb zu Beginn eindeutig für oder gegen diese
Aufgabe. Vielleicht können Sie sie delegieren ? Vielleicht ist sie wirklich
nicht so wichtig ? Dann lassen Sie es sein. Aber wenn Sie etwas tun
müssen, dann entscheiden Sie sich bewusst und eindeutig für diese Aufgabe
und tun Sie es.
Tipp 2:
Finden Sie heraus, was Sie persönlich
motiviert.
• Was motiviert Sie besonders ? • Geld ? • Anerkennung ? • Wenn eine Aufgabe schwierig ist ? • Wenn Sie mit anderen zusammenarbeiten können
? • Was genau ist es, zu dem Sie sich hingezogen
fühlen ?
Wenn Sie wissen, was Sie motiviert, können Sie sich Ihre Aufgaben danach
gestalten. Es geht darum, dass Sie sich Ihre Aufgaben selbst gestalten
können. Tun Sie es nach Ihren Bedürfnissen. Wenn Sie wissen, was Sie
motiviert, können Sie dieses Wissen zur Selbststeuerung nutzen.
Tipp 3:
Nutzen Sie die Methode der Visualisierung.
Wenn Sie sich für eine Aufgabe motivieren wollen, dann stellen Sie
sich vor Ihrem geistigen Auge vor, wie Sie die Aufgabe mit Freude und
Elan erledigen. Malen Sie sich das mit bunten Farben aus und denken
Sie an den Moment, in dem Sie diese Aufgabe bewältigt haben - wie gut
und erleichtert Sie sich dann fühlen und wie stolz Sie sind.
Es gibt uns ein gutes Gefühl, wenn wir eine Aufgabe erledigt haben.
Warum sollen wir dieses Gefühl nicht schon vorher nutzen, indem wir
uns das Gefühl mit allen unseren Sinnen vorstellen ?
• Was genau werden Sie sehen, wenn Sie die
Aufgabe erfüllt haben ? • Was werden Sie hören? • Wie werden Sie sich fühlen? • Was werden Sie zu sich selbst sagen? • Was werden andere zu Ihnen sagen? • Ist das nicht ein gutes Gefühl?
So können Sie sich durch Visualisierungen sehr stark selbst motivieren.
Tipp 4:
Achten Sie auf Ihre inneren Programme.
Reden Sie sich auf keinen Fall ständig selbst ein, dass Sie sich z.B.
"nicht konzentrieren können", oder dass Sie "diese Aufgabe nie bewältigen
werden". So programmieren Sie sich darauf, keine Lust zu haben, zu scheitern
oder weiter unmotiviert zu sein. Wenn Sie Ihre Gedanken nicht ausschalten
können, schreiben Sie sie notfalls einmal auf ein Blatt Papier und zerreißen
es dann. Das ist ein reinigendes Ritual, das uns von peinigenden Gedanken
befreien kann.
Noch besser: reden Sie sich ein, dass Ihnen "die Aufgabe Spaß macht",
dass sie "ganz schnell erledigt ist", oder dass es "ein Kinderspiel
ist". Auch wenn Sie nicht daran glauben, programmieren Sie so Ihr Unterbewusstsein
auf die neuen nützlichen Gedankengänge und schon sind Ihnen diese Gedanken
in Fleisch und Blut übergegangen.
Tipp 5:
Motivieren durch Belohnungen.
Sehr viele Menschen lassen sich durch Belohnungen motivieren. Sie auch
? Dann nutzen Sie das. Stellen Sie sich selbst Belohnungen für erfüllte
Aufgaben in Aussicht - z.B. ein bestimmtes Buch, einen Kinobesuch, eine
Massage oder ein paar Karten für das nächste Sportfinale. Suchen Sie
sich Sachen aus, die Sie wirklich gern haben oder tun würden. Sagen
Sie sich "Wenn ich diese zwei Akten bearbeitet habe, kaufe ich mir die
CD, die ich mir schon solange wünsche." oder "Wenn ich diesen Kurs erfolgreich
abgeschlossen habe, belohne ich mich mit dem neuen Computerspiel." Schreiben
Sie sich auf, womit Sie sich wofür genau belohnen werden. Und das Allerwichtigste:
Betrügen Sie sich niemals selbst um Ihre Belohnung. Was Sie sich versprechen,
müssen Sie auch unbedingt halten.
Tipp 6:
Schaffen Sie sich künstlichen Zeitdruck.
Sehr viele Menschen lassen sich durch eine Deadline motivieren. Wenn
der Termindruck größer wird, können sie sich plötzlich ohne Probleme
und ohne Hadern an die Arbeit machen. Nutzen Sie auch das für sich,
indem Sie sich selbst Termine für Ihre Aufgaben setzen. Und zwar nicht
einfach nur in Ihrem stillen Kämmerlein. Tragen Sie solche Termine in
Ihren Kalender, wie andere Geschäftstermine auch. Reden Sie mit anderen
darüber. Schreiben Sie sich die Termine auf Post-it-Notes und heften
Sie sie sich an Ihre Pinnwand oder an Ihren PC. Unterschätzen Sie nicht,
wie kraftvoll solche selbst gesetzten Termine wirken, wenn Sie ernst
und ehrlich mit sich selbst sind. Bei größeren Vorhaben ist es sinnvoll,
die Aufgabe in Teilaufgaben zu zerlegen und einen Termin für jede diese
Teilaufgabe mit sich selbst zu vereinbaren. So verhindern Sie, dass
Sie erst drei Tage vor Ihrem Endtermin mit einer Aufgabe beginnen, deren
Erledigung normalerweise drei Wochen dauert.
Tipp 7:
Für den längeren Zeitraum - Maßnahmenpläne.
Oft sind wir schlecht motiviert, weil wir nicht absehen können, wie
lange eine Aufgabe dauern wird und was da alles auf uns zukommt. So
wirken unsere Vorhaben oft viel zu groß und damit kaum bewältigbar.
Erstellen Sie deshalb konkrete Maßnahmenpläne.
Tipp 8:
Für den aktuellen Tag - Zeitpläne.
Wenn wir morgens am Tag unsere Arbeitsaufgaben überschauen können,
fällt es uns viel leichter, überhaupt anzufangen. Erstellen Sie deshalb
morgens einen konkreten Arbeitsplan für den anstehenden Tag. Schreiben
Sie auf, was Sie erledigen wollen, wieviel Zeit Sie dafür brauchen (+
Pufferzeit) und ggf. auch die Belohnung für eine besondere Aufgabe.
Legen Sie sich die unangenehmen Aufgaben an den Anfang des Tages, damit
Sie sie bald hinter sich haben. Streichen Sie alle erfüllten Aufgaben
durch, damit Sie sehen können, dass Sie vorankommen. Was Sie nicht schaffen,
übertragen Sie in den nächsten Tag.
Tipp 9:
Feiern Sie sich !
Wir sind oft wenig motiviert, wenn wir nicht ausreichend Anerkennung
bekommen. Nun können Sie aber nicht erwarten, dass immer jemand applaudiert,
wenn Sie eine Aufgabe erfüllt haben. Damit Sie aber trotzdem motiviert
sind, sollten Sie sich selbst Ihre Leistungen anerkennen und sich damit
wertschätzen. Feiern Sie ruhig einmal, wenn Sie eine unangenehme oder
große Aufgabe bewältigt haben. Loben Sie sich selbst. Sie können auch
Ihrem Lebenspartner oder Ihrer -partnerin davon erzählen. Genießen Sie
es, mit etwas fertig geworden zu sein. Wenn Sie Ihre erledigten Aufgaben
so positiv beenden, werden Sie das nächste Mal sicher viel mehr Lust
haben, anzufangen. Sie verbinden dann etwas Schönes damit.
Tipp 10:
Und wenn alles nichts hilft.
Manchmal hilft alles nichts. Kein Tipp motiviert einen, nichts kann
einen anregen. Es ist dann einfach nichts zu machen.
Bevor Sie nun stundenlang vor Ihrer Arbeit hocken und doch nichts schaffen,
sollten Sie an solchen Tagen einfach aufhören. Machen Sie früher Schluss
, wenn es möglich ist (sicher haben Sie noch ein paar Überstunden abzufeiern
oder Sie haben vielleicht Gleitzeit). Tun Sie etwas ganz anderes. Erlauben
Sie sich eine Auszeit. Und zwar ohne jedes schlechte Gewissen. Es gibt
einfach diese Tage, an denen man sich zu nichts aufraffen kann. Nutzen
Sie einen solchen Tag für sich und machen Sie das Beste daraus.